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DIE JÜDIN VON TOLEDO -
nach dem Roman von Lion Feuchtwanger

Das Projekt:

 

Im Zusammenspiel von Menschen und Marionetten entsteht auf der Bühne ein zeitüberspannendes Tableau, vor dem sich Historisches und Märchenhaftes zu Geschichte verweben. 

Lion Feuchtwangers Roman 'Die Jüdin von Toledo' führt zurück ins mittelalterliche Kastilien unter der Herrschaft Alfons VIII. Es sind unruhige Zeiten, das Leben wird zerissen von Kriegen, obgleich nirgends sonst in Europa die unterschiedlichsten Kulturen so fruchtbar und eng miteinander verbunden waren wie auf der iberischen Halbinsel. Doch das goldene Zeitalter des legendären Al Andalus ist vorbei. Muslimische und christliche Reiche stehen sich erbittert gegenüber und kämpfen um die Macht. 

„… wie immer trifft das Schicksal jene, die dafür leben, das Leben friedlicher zu machen … lebenswert … sie verlieren immer … sie sind zu unbewaffnet … und hoffen ständig weiter, die Geschichte würde sich mal nicht im Kreis bewegen … was sie auch nicht immer tut … es gibt Ausschläge des Pendels in längere Vernunftphasen … es gibt verschonte Generationen … es gibt Verschnaufpausen … es gibt auch Siege …  … Gesellschaften, die sich entfundamentalisieren … aber die  Kreuz- und Sichelmond-Ritter schlafen nicht … sie lauern auf ihre Gelegenheit … sie können warten … über lange Räume … man kriegt sie nie ganz weg … wenn man selbst nicht schießen will …“

(Zitat: Klaus Theweleit 'Der Knall')

Das Team:

 

Künstlerisches Team und Darsteller: Kathleen Gaube, Ariella Hirshfeld, Sabine Köhler, Dirk Neumann, Heiki Ikkola

Puppenbau: Christian Werdin

Musik: Frieder Zimmermann

Video, Schnitt, Mapping: Beate Oxenfart

Licht: Josia Werth

Mitarbeit Regie: Jörg Lehmann

 

Gefördert durch:

 

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Resonanz:

 

"Eines kann man Heiki Ikkola (und der Cie. Freaks und Fremde) nicht vorwerfen: Unterkomplexität im Denken wie Handeln. So bezieht sich seine Themenauswahl über die Jahre hinweg immer wieder auf aktuelle Weltprobleme. Auch das jüngste Werk – „Die Jüdin von Toledo“ nach Lion Feuchtwanger – lässt sich sehr gut an derzeitige Debatten anschließen, es passt aber auch in den klassischen literarischen Wertekanon, der seit Lessing immer wieder auf dem Theater verhandelt wird.

Mit übersprühendem Tatendrang infiziert Ikkola sein ganzes Umfeld. Dazu kommt die Lust an systemischer Schwarmintelligenz – er bezieht seine künstlerische Umgebung in die Prozesse ein – in erster Linie natürlich Sabine Köhler, mit der er nicht nur ein Berliner Ernst-Busch-Diplom gemein hat, sondern auch seit 2006 als Doppelspitze bei Cie. Freaks und Fremde agiert. Mittlerweile sorgt er mit rund acht weiteren assoziierten Künstler*innen ... Das Credo seit der ersten Produktion ist die kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit dem „Anderen“, dem Unbekannten bis Unmöglichen – die Suche nach dem Konflikt, auch mit sich selbst. Das birgt die Gefahr der Überforderung von Publikum aller Art, ist aber besser als das Gegenteil.

Nun also seitens der Freaks wieder ein Gemeinschaftswerk: Alle fünf Spieler*innen beherrschen Schauspiel, besitzen markante Stimmen, vier wagen sich an Marionetten und drei beherrschen das qua Ausbildung ganz vorzüglich. Neben diesem Mix werden wie gewohnt alle Sinne strapaziert – Lichtregie, Video- und Musikeinsatz, teils auch choreographische Eleganz sind wie üblich im Einklang mit ungewohnten Theatermitteln: hier der Einsatz von großen Schulkarten, einer Art manueller Drehbühne und einem Röhrenradio plus Schreibstubenutensilien aus der Zeit der Romanentstehung vor zwei Generationen.

Dazu singt Sabine Köhler solo vorzüglich wie schleppend eine Neuversion von Britney Spears‘ „Toxic“. Alle gemeinsam trällern zu Rammstein, während der Dresdner Musiker und Komponist Frieder Zimmermann hinten neben dem Technikpult live seine eigenen Arrangements per Gitarre einspielt. Bei den Endproben oblag dem Dramaturgen Jörg Lehmann dann die Draufsicht, der die Ausuferungen ein wenig kanalisierte und die Stromschnellen besänftigte – sodass er unter „Mitarbeit Regie“ geführt wird." (FIDENA - Portal des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst e.V.)

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